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Über den B e w e g u n
g s a b l a u f beim Irish Setter
Der
Irish Setter zählt zu der
Kategorie
der Arbeitshunde,
das
heißt, sein Körper muss so gebaut sein, dass er in
der Lage ist, kontinuierlich über eine
größere Zeitspanne Leistung zu bringen. Dies
unterscheidet ihn z. B. von den „Sprintern“
(Windhunde), die kurzfristig hohe Geschwindigkeiten erreichen
müssen und deren Anatomie vorwiegend auf diese Leistung
ausgelegt ist
Aus dem Zusammenhang von
Skelett und Muskulatur ergibt sich die Bewegung;
Symmetrie und Ausgewogenheit im
Körperbau sind die Voraussetzung für einen guten
Bewegungsablauf.
Das
bedeutet beim Irish Setter folgendes:
Die Schulter muss eine
Schräglagerung aufweisen, der Oberarmknochen muss gut
gewinkelt sein,
das Sprunggelenk muss kurz und
kräftig sein, die Mittelhand fest.
Die Rippenwölbung
sollte genug Platz für die Lunge bieten, nur das garantiert
ausreichende Sauerstoffversorgung bei hoher Leistungsanforderung.
Die Stellung der
Vordergliedmaßen soll gerade sein, die hinteren
Gliedmaßen sollen parallel stehen.
Die Zehen müssen
geschlossen sein, um den Druck des Körpergewichtes richtig
abzufangen.
Ein Laufansatz über
längere Zeit erfordert eine kräftig ausgebildete
Muskulatur. Motor der Vorwärtsbewegung ist die bemuskelte
Hinterhand, die die Kraft über die Lenden- und
Rückenmuskeln auf die Vorhand überträgt.
Für die Balance der
Vorhand ist eine gute Brust- und Vorbrustmuskulatur nötig, sie
hält die Gliedmaßen straff am Körper und
hält ihn so auf einer gedachten Mittellinie.
Ein fehlerhaftes Skelett oder
eine zu schwach ausgebildete Muskulatur beeinträchtigen den
Bewegungsablauf.
Beim
Irish Setter zeigen sich häufiger nachgenannte Mängel:
Aus seitlicher Perspektive ist
bisweilen eine kurze, abgehackte Bewegung festzustellen. Dies geht auf
fehlende Winkelungen zurück (besonders der Hinterhand) oder
auf einen schwach bemuskelten Oberschenkel. Beides erzeugt zu wenig
Schub. Aber auch eine zu wenig gewinkelte Vorhand stört massiv
den Bewegungsablauf. Der Schub einer gut gewinkelten Hinterhand kann
mit der Bewegung der Vorhand nicht koordiniert werden, die
Vorderläufe öffnen sich hoch über dem Boden
(= steppen), um nicht mit den Hinterläufen in
Berührung zu kommen. Die Hinterläufe
übertreten die Vorderläufe; um dies zu vermeiden,
läuft der Hund häufig Pass.
Das
Sprunggelenk wirkt manchmal steif und unbiegsam (man spricht dann von
einem Sichelgelenk), auch dieser Fehler zeigt sich in der Bewegung
durch eine staksige Hinterhand mit wenig Schub. Seltener ist ein loses
Sprunggelenk, die Bewegung wird instabil, das Sprunggelenk
verhält sich konträr zum Bewegungsablauf.
Da, wie schon erwähnt,
Schub und Spannkraft über den Rücken in die Schulter
übertragen werden, führen lose Schultern (mit
schwacher Muskulatur) ebenso wie eine schwache Rückenmuskulaur
zu einer nicht synchronen Bewegung der Oberlinie.
Wünschenswert ist ein harmonisches Zusammenspiel von Muskeln
und Gelenken, was sich in einem „fließenden“
Bewegungsablauf wiederspiegelt.
Der Richter beurteilt den Hund
aber nicht nur von der Seitenansicht (der Hund läuft hierbei
im Kreis), sondern auch im Kommen und Gehen.
Dabei
ist öfter eine zehenenge Bewegung festzustellen. Diesen Fehler
sollte man nicht überbewerten, da der Hund stets versucht, der
Symmetrie wegen auf einer gedachten Mittellinie zu laufen. Kreuzen sich
die Gliedmaßen, ist dieses natürlich ein massiver
Fehler.
Läuft der Hund hinten
so eng, dass sich die Sprunggelenke fast berühren,
schwächt das ebenfalls die Stützlinie und verringert
den Schub.
Drehen dabei die Unterschenkel
aus, spricht man von „kuhhässig“.
Eine fassbeinige Stellung der Hinter- und Vorderläufe (auch im
Stand deutlich erkennbar) beeinträchtigt des Bewegungsablauf
ebenfalls, da sie zu einer schaukelnd - rollenden Bewegung
führt. Diese kommt auch dadurch zustande, wenn ein Hund
übermäßig gut im Futter steht.
Neben dem schon
erwähnten Steppen kommt es auch zu einem Paddeln der
Vordergliedmaßen, einem Schaukeln der Schulter und / oder
einem Ausdrehen der Ellbogen.
Diese Fehler gehen auf eine schmale, flache, wenig bemuskelte Brust und
Vorbrust zurück.
Leider
ist die Beurteilung des Gangwerks bei den meisten Zuchtschauen nur noch
eine Begleiterscheinung.
Die Beurteilung eines Hundes im
Stand kann nur in Wechselwirkung mit der Beurteilung des Gangwerks
erfolgen, denn einerseits bedingt der Körperbau die Bewegung
und andererseits wird diese durch körperliche Mängel
beeinträchtigt.
Parallel dazu lassen Fehler in
der Bewegung auf anatomische Unzulänglichkeiten
schließen.
Wenn ein Fehler im
Bewegungsablauf im Richterbericht erwähnt wird,
müssten normalerweise auch die körperlichen
Unzulänglichkeiten aufgezeigt sein, dies auch im Interesse der
Züchter, denn durch geeignete Verpaarungen lassen sich bei der
Nachzucht solche Mängel ausgleichen.

Dieser
Überblick stammt von Herrn
R
i c h a r d D i d i c h e r
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