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Tiergestützte
Pädagogik
Einsatz
von Tieren zur Unterstützung von Förderzielen
KONZEPTION
I. Bedeutung
des Hundes als Interaktions- und Kommunikationspartner
Mensch
und Hund verbindet eine lange gemeinsame evolutionäre
Entwicklung. Aufgrund dieser Verbindung hat der Hund als domestiziertes
Tier besondere Kompetenzen entwickelt:
Hunde
können nonverbale, analoge Ausdrucksformen (Mimik, Gestik,
Körperhaltung, Tonlage etc.) des Menschen deuten und darauf
instinktiv und intuitiv reagieren.
Hunde
gestalten die Beziehung zu einem Menschen als kompetenter,
wertneutraler, authentischer, sensibler, empathischer Kommunikations-
und Interaktionspartner mit.
Hunde
sind in der Lage, das menschliche Grundbedürfnis nach
Wärme, Nähe und Zuneigung zu stillen.
Hunde
stärken und fördern das Selbstkonzept des Menschen,
ermöglichen durch ihre Nähe als wertneutrale Partner
das Gefühl der individuellen Akzeptanz und Annahme, der
Sicherheit, des Selbstvertrauens. Sie initiieren den sozialen Kontakt
zur personalen Umwelt.
Hunde
vermitteln das Gefühl des gegenseitigen
Verständnisses durch das Erkennen der emotionalen
Befindlichkeiten des Menschen, geben das Gefühl, anerkannt und
geliebt zu werden, stecken den Menschen an durch ihre gute Laune,
Neugier, Lebensfreude und ihr Leben im Hier und Jetzt.
Hunde
sind zuverlässige Partner, geduldige Zuhörer,
vermitteln Geborgenheit und fördern ein gesundes Selbstkonzept
und die gesamte Persönlichkeitsentwicklung.
Diese
Kompetenzen der Tiergattung „Hund“ sind bei
speziell ausgewählten und ausgebildeten Therapiehunden
besonders gestärkt, gesichert und entwickelt worden, weshalb
diese mit ihrem Partner „Mensch“ als
Therapiehundteam besonders in der pädagogischen Arbeit mit
behinderten Menschen wertvolle Arbeit leisten können.
II.
Unterstützung von Förderzielen mit Hilfe der
tiergestützten Pädagogik
Die
oben genannten Kompetenzen von Hunden, insbesondere von speziell
geschulten Hunden, ermöglichen es, angepasst an das Kind und
dessen Persönlichkeit, unterschiedlichste Fähigkeiten
in den Förderbereichen durch tiergestützte
Fördermaßnahmen zu wecken, zu stärken, zu
entwickeln und zu fördern.
Förderung
des Selbstkonzeptes
Hunde
helfen im Rahmen des pädagogischen Settings. Sie
ermöglichen die Entwicklung und Förderung von
individuellen Handlungskompetenzen, das Erfahren und Erleben einer
offenen, positiv emotionalen, wertneutralen, vorurteilsfreien
Kontaktaufnahme, den Beziehungsaufbau zu und mit einem Tier. Zur
Förderung des Selbstkonzeptes der SchülerInnen
ergeben sich folgende Ziele:
Förderung
des Körperkonzeptes durch Aktivitäten mit dem Tier
und durch Beobachtung des Tieres in der Interaktion : Entwicklung eines
Körpergefühls, eines Körperschemas, eines
Körperwissens; Förderung der affektiven Kompetenzen:
Körperausdruck, Körperbewusstsein,
Körpereinstellung
Förderung
des Fähigkeitskonzeptes: Wecken des Bewusstseins für
die einzelnen Wahrnehmungsbereiche im Kontakt mit dem Hund, Entwickeln
einer Kenntnis über die eigenen Fähigkeiten durch die
Interaktion mit dem Hund
Förderung
der Selbsteinschätzung: Entwickeln von Selbstvertrauen, sich
in die Interaktion, in Spiele und Handlungen mit dem Hund einzulassen,
diese mitzugestalten und ein positives Feedback zu erfahren
Förderung
des Selbstbildes: Erwerb einer subjektiven und objektiven
Selbsteinschätzung in Bezug auf Kompetenzen, Emotionen
Alle
Förderbereiche stehen in einer stetigen Wechselwirkung zu- und
miteinander. Die Förderung des Selbstkonzeptes impliziert die
Förderung in den weiteren Förderbereichen. Hier
können als Förderziele benannt werden:
Wahrnehmung
Förderung
der Aufmerksamkeit durch Lenkung auf das Tier (Bedürfnisse,
Emotionen, Ruhe, Anspannung) in Beobachtung und Interaktion;
Entwicklung von Interesse (Verlängerung und Intensivierung der
Zeit, in der sich die SchülerInnen mit einer Sache
beschäftigen);
Förderung
von Transferleistungen (das eigene Wahrnehmungserleben unter
Einbeziehung der Wahrnehmungsbereiche; der eigene Körper und
die eigenen Emotionen: Was nehme ich wahr? Wie fühle ich
mich?)
Emotionalität/Sozialverhalten
Förderung
des Selbstwertgefühls (Entwickeln von Mut, Sich-Einlassen auf
und Bewältigen von neuen Situationen, Erleben der eigenen
Person als Mensch mit positiven Eigenschaften),
Förderung
der Selbstbestimmung (Aufbau Ziel gerichteten, eigenständigen
Handelns im Umgang mit dem Hund);
Förderung
der entspannten Zufriedenheit (Reduzierung von Stress, Erleben von
Freude; Erleben von Anspannung und Entspannung im Kontakt mit dem
Hund);
Erwerb
von Empathie (Wahrnehmung, Erkennen von Gefühlen im
Ausdrucksverhalten des Hundes und der eigenen Person);
Förderung
emotionaler Selbststeuerung durch den Umgang mit dem Hund
(Rücksichtnahme, Akzeptanz der Gefühle, der
Bedürfnisse des Tieres) und dessen unmittelbarer analoger
Aktion/Reaktion
Abbau
von Unsicherheiten/Angst bei neuen Anforderungen (Erkundung und
Bewältigung von Situationen gemeinsam mit dem Hund);
Übernahme
von Verantwortung für einen Hund (Bereitstellen von Wasser,
Körperpflege);
Verbesserung
des Sozialverhaltens durch Stärkung sozialer Kompetenzen
(Erkennen und Lernen von Regeln, Normen und Werten durch den Umgang mit
dem Hund; Treffen von Absprachen; Rücksichtnahme auf den Hund
und andere Kinder; Verbesserung des Durchsetzungsvermögens,
des Realitätsbewusstseins; Akzeptanz von Grenzen);
Erhöhung
der Teamfähigkeit (Zusammenarbeit von Mensch und Tier, Aufbau
von tragfähigen Beziehungen in der Gruppe);
Aufbau
von Vertrauen (sensorischer, behutsamer Kontaktaufbau zum Hund unter
Berücksichtigung des Gefühls für
Nähe/Kontakt und/oder Distanz/Abwehr; Erkundung der Umwelt
gemeinsam mit dem Hund, Aufbau von Vertrauen zu anderen Menschen
über den Hund);
Kommunikation/Sprache
Förderung
der Kommunikation und Interaktion (Zulassen von körperlicher
und sozialer Nähe; Anbahnung/Förderung der
nonverbalen Gestik, Mimik, Körpersprache durch Interaktion mit
dem Tier und der Gruppe; Erkennen und Erweitern der eigenen
Ausdrucksmöglichkeiten; Fördern der verbalen
Kommunikation durch direkten Kontakt zu dem Tier, durch
Gespräche mit dem, über das Tier in der Gruppe;
Erkennen und Ausdrücken von Emotionen und Befindlichkeiten)
Motorik
Förderung
der Grob- und Feinmotorik (Durchführen von Spielen mit dem
Hund: Ball werfen, Kommandos geben und ausführen, Leckerchen
verstecken oder nach Größe und Form sortieren,
Parcours bewältigen, spazieren gehen);
Lern-
und Arbeitsverhalten:
Lenken
von Aufmerksamkeit und Konzentration auf den Hund, deren
Aufrechterhaltung in der Aktivität mit dem Tier; Steigern der
Belastungsfähigkeit, der Ausdauer, des
Durchhaltevermögens; Erproben von Gruppen-, Partner- und
Einzelarbeit im Zusammenhang mit dem Hund
Kognition:
Beobachten
und Beschreiben des Hundes (Körperschema,
Körperwissen, Körperausdruck); Lernen und Beachten
von Regeln im Umgang mit dem Hund; Erweiterung des Wissens
über Hunde (Körperbau, Ernährung, Haltung,
Pflege, Rassen etc.)
III.
Maßnahmen zur Unterstützung der
Förderziele: Unterrichtsgestaltung
Die
Umsetzung und Ausgestaltung der oben genannten Förderziele
erfolgt in Abhängigkeit von Witterung und von sozialen
Gegebenheiten in der Gruppe.
Erste
Kontakte: Kennen lernen von Hund und Mensch, Anbahnen, Aufnehmen und
Gestalten von Kontakt, Lernen von Regeln im Umgang mit dem Hund,
Aneignen von Grundwissen über Hunde, Beobachten und
Beschreiben des Hundes und seines Körperausdrucks,
„ruhige“
Interaktion mit dem Hund : Pflegen und Versorgen (Wasser,
Bürsten, Streicheln), Entspannen, Beobachten,
Vertrauensübungen
„aktivitätsgeprägte“
Interaktion mit dem Hund: Spielen drinnen (Erarbeiten und
Durchführen von Tricks, Versteck- und Suchspiele,
Aufgabenspiele, Vertrauensübungen) Spielen draußen
(Wurfspiele mit Frisbee oder Bällen, Führaufgaben,
Wettläufe, Spaziergänge mit Führaufgaben,
Erarbeiten und Durchführen von Tricks, Aufbau und Durchlaufen
eines Parcours gemeinsam mit dem Hund, gemeinsame
Aktivitätsspiele etc.)
Folgende
Themen sind in der Liste aufgeführt:
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